Kath. Kirchengemeinde St. Peter u. Paul

Gebete und Texte

Kindergebete

Danke lieber Gott

Danke, lieber Gott, dass ich mit Dir reden darf,
ich kann dir alles sagen:
das was mich freut und das, was mich traurig macht;
auch das, was ich falsch gemacht habe.
Du hörst Dir alles geduldig an.
Du bist gut zu mir.
Begleite mich an diesem Tag,
damit ich keine falschen Wege gehe.



Gott, Vater im Himmel,
ein neuer Tag hat angefangen;
du schenkst ihn mir.
Ich freue mich und danke dir,
dass ich ihn leben darf.
Vor allem aber danke ich dir,
dass du überall und immer bei mir bist
und mich allezeit liebst;
das macht mich froh.
Zeige mir heute, was recht und was unrecht ist.
Hilf mir, gut zu sein.



Morgengebete

Heiliger Schutzengel

Heiliger Schutzengel mein,
lass mich dir empfohlen sein.
Auch an diesem Tag bitte ich dich,
beschütze und bewache mich.



Lieber Gott

Lieber Gott, ich bin doch noch klein,
kann so vieles noch nicht allein.
Darum lass Menschen sein auf Erden,
die mir helfen, groß zu werden.
Die mich nähren, die mich kleiden,
die mich führen, die mich leiten,
die mich trösten, wenn ich weine.
Lieber Gott und dieses Eine :
Wenn ich es mal schlimm getrieben,
mach, dass sie mich trotzdem lieben.



Halte zu mir

Halte zu mir, guter Gott, heut den ganzen Tag.
Halt die Hände über mich, was auch kommen mag.



Die Nacht ist vorbei

Die Nacht ist nun vorbei.
Die helle Sonne leuchtet neu.
Ich bin gesund und stehe auf.
Herr, segne meinen Tageslauf.

Wie fröhlich bin ich aufgewacht,
wie hab ich geschlafen sanft die Nacht!
Hab Dank im Himmel, du Vater mein,
dass du hast wollen bei mir sein.

Behüte mich auch an diesem Tag,
dass mir kein Leid geschehen mag.



Danke Gott für diesen Morgen

Danke, Gott, für diesen Morgen,
danke, dass du bei mir bist.
Danke für die guten Freunde
und dass du mich nie vergisst.
Danke für die Zeit zum Spielen,
für die Freunde, die du schenkst,
und dass du an dunklen Tagen
ganz besonders an mich denkst.





Abendgebete

Heiliger Schutzengel mein

Heiliger Schutzengel mein,
lass mich dir empfohlen sein.
Steh in jeder Not mir bei,
halte mich von Sünden frei.
Führe mich an deiner Hand,
in das himmlische Vaterland.
In dieser Nacht ich bitte dich,
beschütze und bewache mich.



Müde bin ich

Müde bin ich, geh zur Ruh.
Schließe meine Augen zu.
Vater lass die Augen dein
über meinem Bette sein.
Alle die mir sind verwandt,
Herr lass ruhn in deiner Hand.
Alle Menschen groß und klein,
sollen Dir empfohlen sein.



Ich bin

Ich bin klein,
mein Herz ist rein,
soll niemand drin wohnen
als du mein liebes Jesulein.



Eh der Tag zu Ende geht

Eh der Tag zu Ende geht,
spreche ich mein Nachtgebet.
Danke Gott für jede Gabe,
die ich heut empfangen habe.
Bitte Gott für diese Nacht,
dass er mich im Schlaf bewacht.
Dass kein böser Traum mich weckt,
und das Dunkle mich nicht schreckt.
Doch kommt der helle Morgenschein,
lass mich wieder fröhlich sein.



Welch ein schöner Tag

Welch ein schöner Tag war heute,
lieber Gott und welche Freude,
hat er wieder mit gebracht,
dankbar sag` ich :“Gute Nacht“.



Alle meine Kuscheltiere

Alle meine Kuscheltiere deck` ich zu ganz sacht,
der Katze und dem Känguru sag` ich nun gute Nacht.

In deinem Schutz, lieber Gott, kann ich ganz sicher sein.
Du hälst die Wacht die lange Nacht, so schlaf ich ruhig ein.

Schön ist dieser Tag gewesen, bette dankbar mich zur Ruh.
Kuschel mich ins Sternenkissen, schließe meine Augen zu.

Spatz und Amsel sind nun still, Silberstern glänzt in der Nacht.
Lieber Gott, behüte mich, halt du über uns die Wacht.







Tischgebete

Alle guten Gaben

Alle guten Gaben,
alles, was wir haben,
kommt, o Herr von dir,
dank sei dir dafür.



Heute habe ich doch vergessen

Heute habe ich doch vergessen,
dir zu danken vor dem Essen!
Magen voll – und Teller leer,
so danke ich dir halt hinter her.
Amen.



Segen Vater

Segne, Vater unser Essen,
segne, Vater unser Brot.
Lass uns jene nicht vergessen,
die da hungernd sind, in Not.



O Gott

O Gott, von dem wir alles haben,
wir danken dir für diese Gaben.
Du speisest uns, weil du uns liebst.
O segne auch, was du uns gibst. Amen.
Wir haben hier den Tisch gedeckt

Wir haben hier den Tisch gedeckt,
doch nicht mit unsren Gaben.
Vom Schöpfer, der das Leben weckt,
kommt alles, was wir haben.


 

„Vater unser“, einmal ganz anders

Das Gebet, ein Zwiegespräch mit Gott?

„Vater unser, der du bist im Himmel ...“

„Ja?“

„Unterbrich mich nicht, ich bete.“

„Aber du hast mich doch angesprochen!“

„Ich dich angesprochen? äh...nein, eigentlich nicht. Das beten wir eben so: Vater unser, der du bist im Himmel.“

„Da, schon wieder! Du rufst mich an, um ein Gespräch zu beginnen, oder? Also, worum geht’s“

„Geheiligt werde dein Name...“

„Meinst du das ernst?“

„Was soll ich ernst meinen?“

„Ob du meinen Namen wirklich heiligen willst. Was bedeutet das denn?“

„Es bedeutet... es bedeutet... meine Güte, ich weiß nicht, was es bedeutet! Woher soll ich das wissen?“

„Es heißt, dass du mich ehren willst, dass ich dir einzigartig wichtig bin, dass dir mein Name wertvoll ist.“

„Aha. Hm. Ja, das verstehe ich. Dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel also auch auf Erden...“

„Tust du was dafür?“

„Dass dein Wille geschieht? Natürlich! Ich gehe regelmäßig zum Gottesdienst, ich zahle Gemeindebeitrag und Missionsopfer.“

„Ich will mehr: dass dein Leben in Ordnung kommt, dass deine Angewohnheiten, mit denen du anderen auf die Nerven gehst, verschwinden;, dass du von anderen her und für andere denken lernst; dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, auch dein Vermieter und dein Chef. Ich will, dass Kranke geheilt, Hungernde gespeist, Trauernde getröstet und Gefangene befreit werden; denn alles, was du diesen Leuten tust, tust du doch für mich.“

„Warum hältst du das ausgerechnet mir vor? Was meinst du, wie viele stinkreiche Heuchler in den Kirchen sitzen. Schau sie doch an!“

„Entschuldige! Ich dachte, du betest wirklich darum, dass mein Herrschaftsbereich kommt und mein Wille geschieht. Das fängt nämlich ganz persönlich bei dem an, der darum bittet. Erst wenn du dasselbe willst wie ich, kannst du ein Botschafter meines Reiches sein.“

„Das leuchtet mir ein. Kann ich jetzt mal weiterbeten? Unser tägliches Brot gib uns heute...“

„Du hast Übergewicht, Mann! Deine Bitte beinhaltet die Verpflichtung, etwas dafür zu tun, dass die Millionen Hungernden dieser Welt ihr tägliches Brot bekommen.“

„Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern...“

„Und Heinz?“

„Heinz? Jetzt fang auch noch von dem an! Du weißt doch, dass er mich öffentlich blamiert hat, dass er mir jedes mal dermaßen arrogant gegenübertritt, dass ich schon wütend bin, bevor er seine herablassenden Bemerkungen äußert. Und das weiß er auch! Er nimmt mich als Mitarbeiter nicht ernst, er tanzt mir auf dem Kopf herum, dieser Typ...“

„Ich weiß, ich weiß. Und dein Gebet?“

„Ich meinte es nicht so.“

„Du bist wenigstens ehrlich. Macht dir das eigentlich Spaß, mit soviel Bitterkeit und Abneigung im Bauch herumzulaufen?“

„Es macht mich krank!“

„Ich will dich heilen. Vegib Heinz, und ich vergebe dir. Dann ist Arroganz und Hass Heinz Sünde und nicht deine. Vielleicht verlierst du Geld; ganz sicher verlierst du ein Stück Image, aber es wird dir Frieden ins Herz bringen.“

„Hm. Ich weiß nicht, ob ich mich dazu überwinden kann.“

„Ich helfe dir dabei.“

„Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen...“

„Nichts lieber als das! Meide bitte besser Personen oder Situationen, durch die du versuchst wirst.“

„Wie meinst du das?“

„Du kennst doch deine schwachen Punkte. Unverbindlichkeit, Finanzverhalten, Sexualität, Aggression, Erziehung. Gib dem Versucher keine Chancen!“

„Ich glaube, dies ist das schwierigste Vaterunser, das ich je betete. Aber es hat zum ersten Mal etwas mit meinem alltäglichen Leben zu tun.“

„Schön! Wir kommen vorwärts. Bete ruhig zu Ende.“

„Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.“

„Weißt du, was ich herrlich finde? Wenn Menschen wie du anfangen, mich ernst zu nehmen, echt zu beten, mir nachzufolgen und dann das tun, was mein Wille ist; wenn sie merken, dass ihr Wirken für das Kommen meines Reiches sie letztlich selbst glücklich macht.“

Ein bauernschlauer Beter

Eines Abends spät merkte ein Bauer auf dem Heimweg vom Markt, dass er sein Gebetbuch nicht bei sich hatte. Da ging mitten im Wald ein Rad seines Karrens entzwei, und es betrübte ihn, dass dieser Tag vergehen sollte, ohne dass er seine Gebete verrichtet hatte. Also betete er: "Ich habe etwas sehr Dummes getan, Herr. Ich bin heute Früh ohne mein Gebetbuch von zu Hause fortgegangen, und mein Gedächtnis ist so schlecht, dass ich kein einziges Gebet auswendig sprechen kann. Deshalb werde ich dies tun: Ich werde fünfmal langsam das ganze ABC aufsagen, und du, der du alle Gebete kennst, kannst die Buchstaben zusammensetzen und daraus die Gebete machen, an die ich mich nicht erinnern kann."
Und der Herr sagte zu seinen Engeln: "Von allen Gebeten, die ich heute gehört habe, ist dies ohne Zweifel das beste, weil es aus einem ehrlichen Herzen kam."

Aus: Anthony de Mello, Warum der Schäfer jedes Wetter liebt, Verlag Herder